Unternehmen transparenter und erfolgreicher machen!
Eine alte Regel der Kommunikationsberatung lautet: „Sagen Sie nichts, was Sie nicht auf der Titelseite der FAZ lesen möchten!“ In Zeiten, in denen Mitarbeiter twittern, CEOs bloggen und Bild-Leserreporter ihre Fotos aus den entlegensten Winkeln der Welt schicken, greift diese Regel zu kurz. Selbst dann, wenn man „FAZ“ durch „Google“ ersetzt. In Zukunft wird es nicht mehr darum gehen, Dinge, die nicht entdeckt werden sollen, nicht zu sagen. Im Glashaus-Zeitalter geht es darum, Dinge, die nicht entdeckt werden sollen, nicht zu tun. Das Glashaus-Axiom dazu lautet: „Jedes unternehmerische Handeln ist öffentlich.“ Denn wir leben, arbeiten, kommunizieren in Zeiten, in denen unternehmerische Transparenz nicht mehr nur von kritischen Journalisten gefordert wird, sondern auch von Kunden und Lieferanten, Politikern und Gewerkschaften, Verbraucherschützern und Aktionären. „Command and control“-Kommunikation war gestern. Morgen sind Firmen erfolgreich, die Transparenz nicht nur als Kommunikationsthema begreifen, sondern in die Unternehmensstrategie und -kultur integrieren. Denn es geht nicht mehr nur darum, transparent zu kommunizieren. Es geht darum, transparent zu sein. Dieses Buch ist in diesem Kontext die erste Publikation im deutschsprachigen Raum zu unternehmerischer Transparenz. Es fehlte eine angemessene Auseinandersetzung zu freiwilliger unternehmerischer Transparenz. Und das, obwohl die spektakulären Wirtschaftsskandale der vergangenen Jahre ganz deutlich gezeigt haben: Wer Transparenz nicht rechtzeitig freiwillig lebt, wird gejagt, geächtet, angeprangert und ausgegrenzt.
Dieses Buch beleuchtet im ersten Teil die theoretischen Konstrukte, Facetten, Issues, Trends und Rahmenbedingungen von unternehmerischer Transparenz: Wie agieren Unternehmen erfolgreich im Glashaus? Welchen Einfluss hat Transparenz auf die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und welchen auf Krisenprävention sowie Compliance-Management? Wie sieht die Unternehmensberichterstattung von morgen aus und wie verhalten sich organisatorische Transparenz und Vertrauen zu einander? Und schließlich: Welchen Einfluss haben Unternehmenswerte auf den Erfolgsfaktor Transparenz?
Im zweiten Teil kommen Praktiker zu Wort: Erfahrene Kommunikationsmanager von Adidas, HypoVereinsbank, McDonald’s, SAP, BASF und andere. Ihre Beiträge ergänzen den theoretischen Teil um konkrete Erfahrungen mit unternehmerischer Transparenz. Es werden Siege und Niederlagen beschrieben, Kommunikationsinstrumente und Transparenzstrategien, Best Cases und „Holzwege“. Die renommierte PR-Blogger Klaus Eck sowie die Londoner Consultants James Thellusson und Tim Kitchen runden den Praxisteil mit ihren Beiträgen zur radikalen Transparenz des Internet und der Rolle von Transparenz im Social Marketing in Großbritannien ab.